Unterschiedliche Marktstrategien für Einführung der Hybridtechnik

Alternative Antriebe sind vermehrt in den Oberklassewagen zu finden, doch besonders die Asiaten etablieren Hybridfahrzeuge auch im Mittelklassesegment.

Betrachtet man die Entwicklung innerhalb der Automobilindustrie, kann man zwei ganz unterschiedliche Strategien hinsichtlich der Etablierung von innovativen Spritspartechnologien feststellen. Vor allem hiesige Autobauer setzten bislang primär auf die obersten Segmente, wenn es darum ging, das herkömmliche Antriebskonzept, also den Verbrennungsmotor, durch energieeffizientere zu ersetzen. So findet sich die Hybridtechnologie bei Mercedes hauptsächlich in Modellen aus S-Klasse und E-Klasse oder bei BMW in den Modellreihen der 7er- beziehungsweise 5er-Serie sowie dem SUV X6. Die Markteinführung eines Hybriden aus der 3-er-Serie ist immerhin für Ende des Jahres vorgesehen. Aber derzeit gilt wohl mehrheitlich das Motto: Mega-Auto mit Mini-Verbrauch. Man spricht bei derartig umgesetzten Vermarktungsstrategien von „Top-down“, also von oben nach unten. Die Markteinführung von Hybridfahrzeugen bei den Mittelklassewagen und Kleinwagen steht bei deutschen Autobauern also nicht zwingend ganz oben auf der Agenda. Zu diesem Schluss kommt zumindest eine Internetseite, die einen durchschnittlichen Listenpreis bei serienmäßig hergestellten Hybridfahrzeugen hiesiger Autobauer von knapp mehr als 90.000 Euro aufzeigte.

Während also viele andere internationale Automobilhersteller innovative Antriebskonzepte in den obersten Segmenten einsetzen, verfolgt Honda eine ganz andere Vermarktungsstrategie. Gemäß der eigenen Firmenphilosophie sollen Innovationen einer möglichst breiten Masse zugänglich sein. So verwundert es daher auch wenig, dass Honda den derzeit günstigsten Hybriden auf dem Markt anbietet – den Honda Insight. Diese Marktstrategie wird in der Branche als „Bottom – up“ bezeichnet. Schließlich soll die innovative Antriebstechnologie möglichst schnell und weit reichend verbreitet werden. Dass in diesem Zusammenhang die Preisgestaltung eine große Rolle spielt, bedarf eigentlich keiner gesonderten Erwähnung. Umfragen belegen, dass ein Einstiegspreis von unter 20.000 Euro dazu beiträgt, dass die Hybridtechnologie für potenzielle Käufer tatsächlich zu einer Alternative wird. Weit mehr als der Faktor Umweltschutz spielen finanzielle Aspekte eine wesentlich Rolle beim Kauf eines Autos. Wohl nur die wenigsten werden ein mit Hybridtechnologie betriebenes und damit spritsparendes Auto kaufen, wenn die Ersparnisse infolge des geringeren Benzinverbrauchs die hohen Anschaffungskosten nicht decken. Wenn man das Ziel hat, eine innovative, umwelt- und ressourcenschonende Technologie möglichst in der Breite anzubieten, geht Honda einen durchaus sinnvollen Weg. Zumal neben dem Honda Insight auch andere Modelle wie der Honda Jazz oder der Honda CR-Z Hybrid vergleichsweise günstig zu haben sind. Den Sport-Hybrid CR-Z kann man bereits für knapp 22.000 Euro kaufen.

Ob die Hybridtechnologie nun wie Mercedes oder BMW bei den obersten Segmenten oder wie bei Honda in den unteren und mittleren Segmenten zum Einsatz kommt, wichtig ist, dass die Autobauer nun verstärkt auf innovative und vor allem alternative Antriebstechnologien setzen.

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